Evangelische Landeskirche Baden

Pilotprojekt zum hydraulischen Abgleich und Pumpentausch sorgt für 85 % Stromersparnis

Eine der ersten Institutionen überhaupt, die ein zentral gesteuertes, flächendeckendes Projekt zum Pumpentausch und hydraulischen Abgleich durchgeführt haben: Die evangelische Landeskirche Baden hat in allen 680 Kirchengemeinden die Heizungsanlagen optimiert, um gemäß ihres Klimaschutzkonzepts bis 2020 die CO2-Emissionen um 40 % zu senken. Insgesamt 2.700 Gebäude gehörten zum Projektgebiet. In einem ersten Schritt galt es, daraus die Gebäude zu identifizieren, in denen die Maßnahmen sinnvoll waren. So wurden etwa Kirchengebäude, bald zu verkaufende Immobilien sowie Häuser, die gerade eine neue Heizung erhalten hatten, ausgeschlossen. Hingegen auf die Projektliste aufgenommen wurden Häuser, die nach der ersten Wärmeschutzverordnung im Jahr 1978 gebaut oder seitdem energetisch saniert wurden. Bei diesen Gebäuden ist ein hydraulischer Abgleich laut Optimus-Studie der FH Braunschweig wirtschaftlich. Als Pumpenlieferant konnte sich Grundfos sowohl preislich als auch in puncto Energieeffizienz gegenüber dem Wettbewerb durchsetzen.

In einem nächsten Schritt besuchten Energieberater insgesamt 1.643 Objekte, um den hydraulischen Abgleich vor Ort zu berechnen und seine Durchführbarkeit zu prüfen. Einige Gebäude wurden aufgrund vorhandener Elektroheizungen oder Einrohr-Heizungen ausgeschlossen. Bei den anderen Immobilien ermittelten die Berater die benötigte Wärmemenge pro Raum, um daraus für die jeweiligen Handwerksbetriebe eine Liste aller Heizkörper aufzustellen, mitsamt den nötigen Angaben, wie der Volumenstrom des Heizungswassers an jedem Heizkörper verändert werden musste. Auf dieser Grundlage konnten die Handwerker, falls noch nicht vorhanden, voreinstellbare Thermostatventile einbauen, mit denen der Durchfluss des Heizungswassers eingeregelt werden kann. Außerdem ersetzten sie alte Heizungspumpen durch moderne Hocheffizienzpumpen vom Typ Grundfos MAGNA3, Grundfos ALPHA2 und ALPHA3, die jeweils die höchste Energieeffizienz ihrer Klasse bieten. Letztendlich wurden 316 Häuser hydraulisch abgeglichen und 890 Heizungspumpen ausgetauscht. Durchschnittlich sank die Leistungsaufnahme durch den Pumpentausch um durchschnittlich 75 Watt pro Pumpe. Hochgerechnet auf alle Pumpen ergab sich ein Rückgang von 83.124 W auf 16.208 W – eine Einsparung von gut 80 %. Allein bei der Betrachtung des Pumpentauschs liegt die Amortisationszeit ohne Berücksichtigung von Zinsen bei 4,8 Jahren.

Da das Projekt schon im Oktober 2013 begann und bis Dezember 2016 lief, kam hier die seit 2016 geltende Förderung nicht zum Tragen. Bis 2020 können institutionelle Kunden für Effizienzmaßnahmen wie Pumpentausch und hydraulischen Abgleich zusätzlich eine Finanzhilfe von 30 % der Handwerkerkosten, maximal 25.000 €, vom Staat beantragen.    

 

Hydraulisch abgeglichene Gebäude:316
Kosten pro Abgleich/Gebäude:3031,- €
Ausgetauschte Heizungspumpen:890
Kosten pro Pumpentausch:                     545,- €
Projektkosten gesamt:2,4 Mio. €

 

Jährliche Energieeinsparung
(allein durch Pumpentausch):

401.492 kWh
Jährliche Kosteneinsparung
(allein durch Pumpentausch):                    
100.373,- €
Jährliche CO2-Einsparung
(allein durch Pumpentausch):                      
228,5 t CO2