Das Grundfos-Wohnheim – ein lebendiges Labor und Testumfeld

Das Grundfos-Wohnheim – ein lebendiges Labor und Testumfeld
Engagierte Bewohner
Grundfos-Wohnheim

Das neu eröffnete 12-stöckige Grundfos-Wohnheim in der dänischen Stadt Aarhus bietet über 200 Studenten ein Zuhause. Gleichzeitig ist es ein lebendiges Labor und Testumfeld für mehr als 1,800 Sensoren, die einmaliges Wissen darüber liefern werden, wie man den Wasser- und Energieverbrauch optimieren und minimieren kann.

Das Grundfos-Wohnheim wurde im Herbst 2012 in Betrieb genommen und ist so konzipiert, dass die Bewohner durch die Nutzung von Technologie aktiv miteinbezogen werden. Die vielen Sensoren von Grundfos, die über das Gebäude verteilt sind, überwachen rund um die Uhr sämtliche Aspekte der Gebäudeleistung, einschließlich des Raumklimas und des Energie- und Wasserverbrauchs. Sie liefern eine genaue und fortlaufende Analyse aller Aspekte des Gebäudes und seines Betriebs. Die gesammelten Informationen – voraussichtlich insgesamt bis zu ein Terabyte an Daten pro Jahr – werden dann genutzt, um die Bewohner dazu zu motivieren, aktiv den Verbrauch zu minimieren und dabei auf eine fortlaufende Energieoptimierung hinzuarbeiten. All dies geschieht in enger Zusammenarbeit zwischen Grundfos, den Studenten, Eigentümern und Universitäten vor Ort.

Auch wenn die dänische Firma Sjælsø in dem Projekt bereits für das schlüsselfertige Bauen zuständig war, fungierte sie ebenfalls von Beginn an, schon beim Kauf des Grundstücks, als Projektentwickler. Sjælsø hat bei der Installation der vielen Sensoren und anderer Geräte eng mit Grundfos zusammengearbeitet. Auf Grundlage ihres umfassenden Wissens über das Projekt und das Gebäude gewähren Carsten Raundahl (CR), Bereichsleiter Aarhus, und Oberbauleiter Per Falstie Jensen (PFJ) Einblicke in das Grundfos-Wohnheim.


Die Vision: Das Grundfos-Wohnheim ist ein lebendiges Labor, in dem Grundfos in Zusammenarbeit mit dem Wohnheim und seinen Bewohnern Maßnahmen und Technologien testen wird, die den Energie- und Wasserverbrauch in dem Gebäude minimieren können.

Der Bauunternehmer

Warum war dies für Sjælsø ein interessantes Projekt?

Carsten Raundahl, Bereichsleiter Aarhus

CR: Ich glaube, man kann sagen, dass sich das Baugewerbe insgesamt in einem Umbruch befindet. Im Bereich der Ressourceneinsparung ist in den letzten fünf Jahren eine Menge passiert. Gebäude, die vor vier bis fünf Jahren nur ein Experiment waren, sind heutzutage Standardgebäude. Wirklich interessant ist dabei, dass Grundfos hier noch einen Schritt weiter gehen will. Dorthin, wo wir glauben, die nächsten Energieeinsparungen finden zu können.

Per Falstie Jensen, Oberbauleiter

PFJ: Ja, wenn man den Betrieb des Gebäudes betrachtet. Bei Sjælsø sind wir grundsätzlich an der Arbeit an allen passiven Elementen eines Gebäudes beteiligt. Aber heutzutage sind die Möglichkeiten begrenzt, den passiven Energieverbrauch von Gebäuden zu senken.

Was ist mit diesem konkreten Projekt, mit all seinen Sensoren, Kabeln usw.? War es dadurch schwieriger oder komplizierter, das Gebäude zu errichten?

PFJ: Nein, nicht wirklich. Die Fertigstellung hat nicht länger gedauert. Wir hatten einige zusätzliche Besprechungen mit den Leuten von Grundfos. Und während sie in dem Gebäude gearbeitet haben, haben sie ziemlich genau unseren Zeitplan befolgt.

War der Gestaltungsprozess anders?

CR: Das Gebäude wurde von innen nach außen konzipiert. Wir haben damit begonnen, uns zu fragen, wie wir die bestmöglichen Wohnungen hinbekommen und welchen Anforderungen wir dafür gerecht werden müssen. Dann haben wir geschaut, wie wir sie am besten gestalten. Das Aussehen des Gebäudes war der letzte Schritt. Dieses Gebäude wurde also von Anfang an mit einem Fokus auf die Leute, die darin leben, entwickelt und gebaut.

Klicken Sie auf den nächsten Reiter, um zu erfahren, was die Bauunternehmer über die Zukunft des Grundfos-Wohnheims denken.


Was wirklich einen Unterschied ausmachen wird, ist, wenn wir den verhaltensbasierten Verbrauch ändern können. Das Grundfos-Wohnheim wird eine statistische Grundlage für den Energieverbrauch schaffen, die darauf basiert, dass wirklich Menschen in dem Gebäude leben. Und dann wird sich zeigen, wie dieser Energieverbrauch beeinflusst werden kann.

Per Falstie Jensen

Die Zukunft
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Ein neues Gebäude benötigt grundsätzlich ein Jahr, um sich zu setzen und zu trocknen, das heißt einen Sommer und einen Winter. Im Fall des Grundfos-Wohnheims wird diese Zeit dazu genutzt, Daten zu sammeln und eine Grundlage für den Energieverbrauch in dem Gebäude und den Wohnungen zu etablieren. Diese Informationen sind für die Bewohner zunächst auf einer Website verfügbar. Im weiteren Verlauf des Projekts werden sie noch attraktiver gestaltet verfügbar sein, zum Beispiel mit Apps für das Smartphone.

Testumfeld
Grundfos verwendet das Wohnheim als Testumfeld und ist somit verantwortlich dafür, mit Informationen und Motivation zu experimentieren, um ein effizienteres Verhalten der Bewohner zu fördern, indem ein überflüssiger Energieverbrauch oder ähnliches vermieden wird. Der Komfort der Bewohner soll darunter allerdings nicht leiden. Grundfos plant, Technologien für die Optimierung des Energie- und Wasserverbrauchs in verschiedenen Bereichen zu entwickeln und zu testen – wie zum Beispiel Energierückgewinnung aus Abwasser sowie Warmwasserumwälzung und Heizen nach optimalem Bedarf.

Was glauben Sie, welche Auswirkungen das Grundfos-Wohnheim haben kann?

CR: Ich glaube, mit diesem Projekt können Informationen vermittelt werden. Die Maßnahmen, die Grundfos hier umsetzt, werden dabei helfen, signifikante Einsparungspotenziale zu identifizieren. Es müssen nur die richtigen Maßnahmen gewählt werden. Dabei kann sich herausstellen, dass dies ganz einfach ist. Es ist einfach so: Niemand hat so etwas vorher wirklich schon mal gemacht. Und das ist meiner Meinung nach das wirklich Spannende an diesem Projekt.

Um mal ein Beispiel zu nennen: Interessant könnte etwa die Installation eines Tablets in einigen Wohnungen sein, auf denen der tatsächliche Energieverbrauch dargestellt wird. Dies ist eine der Maßnahmen, die ich besonders interessant finde, die Grundfos einführen könnte.

PFJ: Und natürlich interessieren wir uns für die Ergebnisse und wollen herausfinden, ob es Aspekte gibt, die wir in anderen Projekten und Gebäuden umsetzen können, an denen Sjælsø mitarbeitet.

Für weitere Informationen über das Gebäude klicken Sie bitte auf den nächsten Reiter.


Ich glaube, dass wir dank des Grundfos- Wohnheims ein paar Aha-Erlebnisse haben werden, wenn wir herausfinden, wo der Energie- und auch der Wasserverbrauch seinen Ursprung hat.

Carsten Raundahl

Das Gebäude

Das Grundfos-Wohnheim umfasst 159 Wohnungen und bietet Platz für über 200 Studenten. Es befindet sich in hervorragender Lage in dem neu entwickelten Hafengebiet der Stadt, gleich neben der Hafenpromenade. Aarhus ist eine Studentenstadt; 50,000 der 315,000 Einwohner der Stadt sind Studenten eines der 150 verschiedenen Studienangebote. Das Gebäude entspricht den Anforderungen der dänischen Niedrigenergieklasse 2015. In dieser wird ein um 25 Prozent niedrigerer Energieverbrauch gegenüber den Standardvorschriften gefordert.

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Was wird gemessen?
In jeder Wohnung messen zehn Sensoren die Temperatur, den CO2-Anteil und die relative Luftfeuchtigkeit. Weitere Sensoren messen den Stromverbrauch, die Wärme durch die Heizkörper und Warm- und Kaltwasser, inklusive Temperatur, Druck und Durchfluss von Kalt- und Warmwasser. Dieselben Messungen werden für das gesamte Gebäude gespeichert und zusätzlich dazu Faktoren wie Außentemperatur, Wind und Sonneneinstrahlung.

Mehr als nur Pumpen
Das Grundfos-Wohnheim zeigt die Absicht von Grundfos, mehr als nur ein Pumpenhersteller zu sein. Grundfos hat Interesse an den Gebäuden als Ganzen, und daran, die Nutzung aller Ressourcen in Gebäuden zu optimieren. Das Grundfos-Wohnheim wird dazu beitragen, Wissen über die Optimierung der Ressourcennutzung zu sammeln, speziell im Bereich Verbraucherverhalten und wie man die Verbraucher dazu motiviert, Ressourcen zu sparen und den Verbrauch zu senken. Dies geschieht auf einer öffentlichen Plattform und in Zusammenarbeit mit Universitäten und anderen interessierten Parteien, die Zugriff auf das gesammelte Wissen über den Ressourcenverbrauch eines gesamten Gebäudes und der Einzelverbraucher haben werden.





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