Durch Sonneneinstrahlung gepumpt

Wie ein Pumpenhersteller die Solar-Wasserversorgung vorantriebFOTO: Eine Frau zapft Wasser aus einer mit Sonnenenergie betriebenen SQFlex-Anlage von Grundfos in Kirgistan.
Durch Sonneneinstrahlung gepumpt

Seit 30 Jahren liefert Grundfos netzunabhängige, eigenständige Systeme für eine solarbetriebene Wasserversorgung. Was als ein idealistisches Projekt begann, ist zu einem großen, globalen Geschäft geworden

Ein neuer Wassertum speichert Trinkwasser in einem Dorf der Provinz Chitwan in Nepal.

Es war im Jahr 1982: Die ersten Compact Discs (CDs) eroberten gerade den Markt, der 8-Bit-Heimcomputer Commodore 64 wurde eingeführt, und Michael Jacksons Song „Thriller" führte die Charts an.

Damals war die Welt noch weitestgehend vom Erdöl bestimmt. Pumpen wurden, wie alle anderen mechanischen Geräte, elektrisch betrieben, und es kümmerte niemanden, woher die Energie stammte.

In seinen Niederlassungen in Dänemark sowie in Kalifornien sah Grundfos jedoch bereits die zukunftigen Entwicklungen voraus: hohe Ölpreise und besorgniserregende Kohlendioxidemissionen, aber eben auch ein einfacher Zugang zu einer sauberen und erneuerbaren Energiequelle – die Sonne.

30 Jahre später ist Grundfos einer der Marktführer für Pumpenlösungen geworden, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Ein wesentlicher Teil der Grundfos-Produktlinie lässt sich mit Solar- und Windenergie betreiben, wodurch einige der entlegendsten Gebiete auf der Welt Zugang zu sauberem Wasser erhalten. Jetzt, da sich die Nutzung von erneuerbarer Energie immer mehr zum Mainstream entwickelt, kommen mit Solar- und Windenergie betriebene Pumpen bei Groß- und Kleinbetrieben in Industrien auf der ganzen Welt zum Einsatz.

FOTO: Ein neuer Wassertum speichert Trinkwasser in einem Dorf der Provinz Chitwan in Nepal. Grundfos lieferte in diesem Gebiet die ersten elektrisch betriebenen Pumpenanlagen an zwei Dörfer aus, und sie erhalten ihre Energie durch die Kraft der Sonne – mehr als 30 Jahre nach Einstieg des Unternehmens in den Bereich der erneuerbaren Energien.

Ein früher Start
Grundfos begann bereits lange, bevor dies ein wirtschaftlicher Faktor wurde, mit erneuerbaren Energien zu arbeiten, nach der weltweiten Ölkrise in den 1970er-Jahren


Das Unternehmen stieg bereits in den Markt für Sonnenenergie ein, als dieser noch für viele Jahre keinen richtige Markt darstellen sollte.

David McMillan, Regional Business Director, Grundfos

Regional Senior Business Development Manager Jens Ove Frederiksen von Grundfos nimmt an der Prozession der Dorfbewohner in der Chitwan-Provinz in Nepal teil, die anlässlich der Einweihung einer der zwei Solar-Wasseranlagen stattfindet.

– als die Welt erkannte, dass Ölressourcen nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen würden – startete Grundfos seine Versuche mit Sonnenenergie.

Im Jahre 1982 nahm das Unternehmen an einem Wettbewerb für Solarpumpenanlagen teil, der durch ein UN-Entwicklungsprogramm gefördert wurde. Grundfos hatte eine solarbetriebene Unterwasserpumpe mit einem Wechselrichter konstruiert, die Gleichstrom aus den Solarkollektoren in Wechselstrom für den Pumpenbetrieb umwandelte. Dieses Projekt wurde weiter zu einer solarbetriebenen Anlage ausgebaut, die für ein Dorf mit 1.000 Einwohnern die Versorgung mit sauberem Trinkwasser gewährleisten konnte.

FOTO: Hier kommt die Sonne. Regional Senior Business Development Manager Jens Ove Frederiksen von Grundfos nimmt an der Prozession der Dorfbewohner in der Chitwan-Provinz in Nepal teil, die anlässlich der Einweihung einer der zwei Solar-Wasseranlagen stattfindet.

Der Wechselrichter wurde in einem Bericht der Weltbank als Spitzentechnologie, die anderen Plänen bei weitem überlegen sei, hervorgehoben und gelobt. Hinsichtlich der Nutzung erwies sich dessen Marktpotenzial allerdings als begrenzt. Solarkollektoren wurden auf dem kommerziellen Markt als unhandlich und unwirtschaftlich angesehen. Jährlich verkauften sich nur 200–300 Anlagen, zumeist für Hilfsprojekte in Entwicklungsländern.

David McMillan, Regional Business Director, merkt hierzu an, dass es bei der ursprünglichen Entscheidung, Pumpen für den Betrieb mit erneuerbaren Energien zu entwickeln, nicht um Verkaufszahlen ging. Es ging um Innovation.

„Das Unternehmen trat in den Markt für Solarenergie ein, viele Jahre bevor es sich hierbei tatsächlich um einen Markt handelte, weil uns bewusst war, dass dies eines Tages eine große Sache werden würde“, so McMillan.

Energieversorgung für Entwicklungsländer
Gebiete mit unzuverlässigen Stromnetzen – wie es in Entwicklungsländern der Fall ist – verwendeten erstmals in den 1980er- und 1990er-Jahren mit Sonnenenergie betriebene Pumpen von Grundfos.

Lasst es fließen. Jens Ove Frederiksen von Grundfos (im weißen Hemd) und Lone Pedersen von der dänischen NGO Jysk Landsbyudvikling drehen den Wasserhahn bei der Eröffnungzeremonie für eine Solar-Wasseranlage in Chitwan, Nepal, auf. Die NGO und die Poul-Due-Jensen-Stiftung – dabei handelt es sich um den Eigentümer von Grundfos – arbeiteten gemeinsam an diesem Projekt.
FOTO: Lasst es fließen. Jens Ove Frederiksen von Grundfos (im weißen Hemd) und Lone Pedersen von der dänischen NGO Jysk Landsbyudvikling drehen den Wasserhahn bei der Eröffnungzeremonie für ein Solar-Wassersystem in Chitwan, Nepal, auf. Die NGO und die Poul Due Jensen-Stiftung – Eigentümer von Grundfos – arbeiteten gemeinsam an diesem Projekt.
Fakten zur Solar-Wasserversorgung in Chitwan, Nepal

Regional Senior Business Development Manager Jens Ove Frederiksen sagt, dass sich das Interesse an den Pumpen anschließend zu einer sogenannten „Sonnengürtelregion“ von Gebieten rund um den Äquator ausgeweitet habe, für die Sonnenlicht reichlich zur Verfügung steht.

In jüngster Zeit gründete das Unternehmen im Jahr 2008 Grundfos LIFELINK, eine Organisation, die Lösungen zum nachhaltigen Umgang mit Wasser für Entwicklungsländer anbietet. Das Unternehmen errichtet mit Sonnenenergie betriebene Pumpen, Wassertürme und Wasserstationen in entlegenen Gebieten. Die Ortsansässigen können sogenannte Credits über ihr Mobiltelefon erwerben und zum Einkauf von Trinkwasser nutzen.

FOTO: Fakten zur Solar-Wasserversorgung in Chitwan, Nepal.

Während die 1982 entwickelte, solarbetriebene Pumpe dem Commodore-Computer ähnelte, der in demselben Jahr auf den Markt kam, sind die neuen, mit Sonnenenergie betriebenen Systeme in etwa mit den heutigen iPads vergleichbar.

David McMillan, Regional Business Director bei Grundfos

McMillan gibt hierzu an, dass bei vielen Projekte zur Wasserversorgung in Entwicklungsländern die Anlagen nicht sachgemäß gewartet und somit nach einigen Jahren unbrauchbar werden. Das Zahlungssystem von LIFELINK gewährleistet, dass genügend Geldmittel zur Wartung und Instandhaltung der Pumpe zur Verfügung stehen. 2012 erhielt Grundfos LIFELINK den World Business and Development Award auf dem Weltgipfel Rio +20, der UN-Konferenz für Nachhaltige Entwicklung.

Regenerative Pumpensysteme, wie z. B. die, die bei Grundfos LIFELINK eingesetzt werden, ersparen Frauen und Kindern die mühevolle Last, täglich stundenlang Wasser pumpen und tragen zu müssen, erklärt McMillan. Kinder können die Schule besuchen, Frauen können arbeiten, und Dörfer sind wohlhabender – dank fließenden sauberen Wassers.

„Muskelkraft wird durch Sonnenenergie ersetzt“, sagt McMillan. „Mehr Wasser bedeutet eine bessere Lebensqualität für alle Menschen, die in diesem Gebiet leben.“

David McMillan, Regional Business Director bei Grundfos, merkt hierzu an, dass es bei der ursprünglichen Entscheidung, Pumpen für den Betrieb mit erneuerbaren Energien zu entwickeln, nicht um Verkaufszahlen ging. Es ging um Innovation.

Erneuerbare Energien werden zum Mainstream
Eine Kombination aus größerer Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit erlaubte es den Grundfos-Produkten, im Bereich der erneuerbaren Energien den kommerziellen Markt für sich zu gewinnen. Frederiksen merkt hierzu an, dass im Jahre 2002 80 Prozent der Produkte in Entwicklungsländer verkauft wurden. Heute werden solar- und windbetriebene Systeme zunehmend außerhalb von Entwicklungsländern für industrielle und landwirtschaftliche Anwendungsbereiche eingesetzt.

Die Einführung von SQFlex 2002 stellte für den Bereich der erneuerbaren Energien bei Grundfos einen Wendepunkt dar. Das SQFlex-System verfügt über einen Wechselrichter im Pumpenmotor, der sich einfach montieren und einsetzen lässt.

Inzwischen haben sich die Kosten für erneuerbare Energien verringert. In den 1980er-Jahren kostete die Einrichtung von Solarkollektoren, um 1 Watt Sonnenenergie zu erzeugen, noch ca. 20 USD, während der Preis hierfür heute weniger als 2 USD beträgt. Dies ermöglicht es Landwirtschaftsbetrieben, Golfanlagen, Hotels und Weingütern auf der ganzen Welt, Wasser mithilfe von Sonnenenergie zu pumpen.

FOTO: David McMillan, Regional Business Director bei Grundfos, merkt hierzu an, dass es bei der ursprünglichen Entscheidung, Pumpen für den Betrieb mit erneuerbaren Energien zu entwickeln, nicht um Verkaufszahlen ging. Es ging um Innovation.

Ebenso verändert sich die Größe von Anlagen, die mit Solarenergie betrieben werden können. Der 2013 entwickelte regenerative Solar-Wechselrichter (Renewable Solar Inverter, RSI) lässt Sonnenenergie mehr als je zuvor auch bei Großprojekten zum Einsatz kommen. Während die SQFlex bis zu 80.000 Liter am Tag pumpt, kann der RSI bei Unterwasserpumpen mit einer Leistung von bis zu 500.000 Litern am Tag Strom eingesetzt werden.

McMillan fügt an, dass die Technologie angesichts der Tatsache, dass Pumpen und solarbetriebene Systeme immer größer und effizienter werden, noch über weiteren Spielraum verfügt. Und er fügt hinzu, dass die 1982 entwickelte, solarbetriebene Pumpe dem im selben Jahr veröffentlichten Commodore-Computer in einer Weise ähnelten, wie die neuen, mit Sonnenenergie betriebenen Hightech-Systeme in etwa mit den heutigen iPads vergleichbar seien.

McMillan merkt an, dass die Entscheidung der Grundfos-Gründer vor mehr als drei Jahrzehnten, diese Richtung einzuschlagen, aus Geschäftssicht eine riskante Angelegenheit gewesen sein mag, dennoch sei dieser Weg zukunftsweisend gewesen.

„War die Entscheidung, zu der damaligen Zeit in erneuerbare Energie-Anlagen zu investieren, hinsichtlich des Marktpotenzial die beste? Wahrscheinlich nicht. Aus idealistischer Sicht hingegen, definitiv ja“, sagt er. „Wir leben heute in einer Zeit, in der man Geld und Energie nicht nur aus ökologischer Sicht sparen will, sondern oftmals auch vom unternehmerischen Standpunkt aus gesehen.“

- Artikel von Stephanie Bergeron Kinch

Nepalesische Dorfbewohner füllen ihre Kanister mit sauberem Wasser auf, das durch die solarbetriebene Grundfos-Pumpenanlage zur Verfügung gestellt wird.
FOTO: Nepalesische Dorfbewohner füllen ihre Kanister mit sauberem Wasser auf, das durch die solarbetriebene Grundfos-Pumpenanlage zur Verfügung gestellt wird.
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Für weitere Informationen zu den Grundfos-Anlagen für Solarenergie und erneuerbare Energien, laden Sie bitte den folgenden Prospekt herunter: Wasserversorgung mit sauberer Energie, solarbetriebene Unterwasserpumpen von Grundfos.





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